Fachinformation: Mineralien und Spurenelemente


Einführung

Der moderne Mensch unterscheidet sich in vielem von seinen Vorfahren. Für den Bereich der Ernährung gilt vor allem, daß diese sich im Laufe der Zeit grundlegend verändert hat. Während die Nahrung noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im wesentlichen ohne künstliche Zusatzstoffe und auch im wesentlichen in ursprünglichem Zustand (nicht chemisch bearbeitet) aufgenommen wurde, so stellt sich die Situation heutzutage völlig verändert dar: Zucker und Salz im Übermaß, Getreide, das durch Bleichen bis zu neunzig Prozent seiner wertvollen Mineralien beraubt ist, Obst und Gemüse aus Dosen, tiefgefrorener Fisch, gefärbtes Fleisch und pasteurisierte Milch dominieren unsere Ernährung und versorgen uns mit "leeren" Kalorien und schädlichen Zusatz- und Farbstoffen aller Art. Oftmals wissen wir gar nicht mehr, woraus unsere Nahrung eigentlich besteht - lesen Sie mal die Inhaltsangaben von Tütensuppen! Hinzu kommt noch, daß die neuzeitlichen Methoden der Bodenbearbeitung (Kunstdüngernitrate, Schädlingsbekämpfungsstoffe, Überbeanspruchung der Äcker) zu einer erheblichen Verringerung des Mineralgehaltes der Böden und zu einer unzureichenden Nahrungsversorgung der Nutzpflanzen geführt hat. Fest steht: unsere Nahrungskette ist nicht mehr das, was sie einmal war. Wer konsumiert noch naturbelassene Lebensmittel?

Aus medizinischer Sicht sind die Konsequenzen dieser "modernen" Ernährung fatal. Weniger aktiv als seine Vorfahren, in nur unzureichendem Ausmaße mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt und ständig um sein (Über)Gewicht besorgt, nimmt der moderne Mensch weniger Nahrung zu sich, als er eigentlich sollte. Folge: obwohl die Energiezufuhr durch "leere" Kalorien (z.B. gezuckerte Getränke (ein Liter Cola enthält 100 Gramm Zucker !) gesichert ist, muß der Organismus effektiv mit weniger Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und Enzymen auskommen als er eigentlich für ein optimales Funktionieren benötigt. Nehmen wir noch die allseits bekannten schädlichen Umwelteinflüsse hinzu (Autoabgase, Stress, etc.), so ist es wenig verwunderlich, daß sich kaum noch jemand gesund fühlt.

Unser Organismus besteht aus einer fast unendlichen Zahl von Zellen (man schätzt, daß es 50-70 Billionen sind). Von diesen werden etwa 600 Milliarden täglich neu gebildet (und ebenso viele werden ausgeschieden oder "aufgebraucht", so daß innerhalb von etwas mehr als drei Monaten fast alle unsere Körperzellen erneuert werden. Doch wie steht es mit der Qualität dieser neuen Zellen, wenn sie ständig den aggressiven Schadstoffen ausgesetzt sind? Wie steht es mit der Abwehrkraft unseres Organismus unter der Dauerbelastung von verschmutzter Luft, körperfremden Stoffen aller Art oder Medikamenten? Wie erreichen wir, daß unser Körper wieder zu seinem natürlichen Gleichgewicht zurückfindet, wie können wir den Mineralhaushalt wieder ausbalancieren und Schadstoffe wie zum Beispiel Schwermetalle aus dem Organismus ausleiten?

Mineralien und Spurenelemente

Mineralien und Spurenelemente sind lebensnotwendig, aber sie müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden, denn wir produzieren sie nicht selbst. Mineralstoffe und Spurenelemente helfen dem Körper beim Bau von Zellen und wirken mit beim Ablauf von Tausenden von unterschiedlichen Stoffwechselreaktionen. Die Elemente sind Teil der Enzyme (körpereigener Eiweißverbindungen) oder arbeiten mit ihnen zusammen, und die Enzyme wiederum steuern die Stoffwechselreaktionen. Auch in den Hormonen finden sich Mineralien und Spurenelemente. Was kaum bekannt ist: schon geringste Mengen eines Minerals oder Spurenelementes können enorme Auswirkungen auf den Zustand unseres Organismus haben - im positiven wie im negativen Sinne. So erklärt sich, daß bei Mangelerscheinungen eines Spurenelementes im Körper bereits die Zufuhr von einigen Mikrogramm des entsprechendes Elementes eine dramatische Verbesserung der Gesundheit bewirken kann! Andere Spurenelemente wiederum wie Quecksilber, Cadmium, Arsen und Blei sind giftig. Hier können bereits geringste Mengen zu negativen, bis hin zu tödlichen Veränderungen im Organismus führen. Doch auch wenn sich im Normalfall nur äußerst geringe Mengen von den gefährlichen Schwermetallen nachweisen lassen, so ist es doch wichtig zu wissen, daß sie die essentiellen, also lebensnotwendigen Mineralstoffe in ihrer Funktion blockieren oder verdrängen können.

Hinweise zu einzelnen Mineralien und Spurenelementen

 

Calcium

Funktion: Neben seiner überragenden Bedeutung für die Knochenbildung hat es eine wichtige Funktion bei der Zellteilung, der Nerventransmission und der Muskelkontraktion. Bei der Behandlung von Allergien wird Calcium eingesetzt, um zum Beispiel bei allergischen Hauterkrankungen den Juckreiz zu senken.

Vorkommen: Milch, Milchprodukte, Sesamsamen, Nüsse, Hefe, einige Getreidearten.

Mangelerscheinungen: Können zu Empfindungsstörungen, Übererregbarkeit und Krämpfen führen.

Überdosierung: Eine übermäßige Einnahme von Calcium über längere Zeit hinweg kann zu Ablagerungen in den Augen, den Nieren und auch in den Arterien führen. Zudem führen überhöhte Calciumwerte zu einer vermehrten Ausscheidung von Magnesium, mit allen Folgen des Magnesiummangels (siehe dort).


Chrom

Funktion: Chrom reguliert sowohl erhöhte als auch niedrige Blutzuckerspiegel. Es wird zur Behandlung von erhöhten Cholesterin-Spiegeln und zur Vorbeugung und Therapie der Arteriosklerose eingesetzt.

Mangelerscheinungen: Typische Zeichen eines Chrommangels sind neben auffälligen Blutzucker-Spiegeln Energielosigkeit, Müdigkeit und "Lust auf Süßes".

Überdosierung: Können zu Leber- und Nierenschädigung führen.


Eisen

Funktion: Eisen ist unentbehrlich für die Sauerstoffversorgung des Organismus.

Vorkommen: Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Sojaprodukte, Bierhefe, Sesam, Aprikosen, in einer weniger gut resorbierbaren Form in Spinat, Brennesseln, Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Kopfsalat.

Mangelerscheinungen: Ein Mangel an Eisen führt zur Blutarmut. Obwohl Eisen in unserer Nahrung reichlich enthalten ist, ist eine ausreichende Aufnahme vom Vorhandensein genügender Mengen an Magensäure abhängig. Bei Blutspendern, bei Schwangeren, sowie bei starker Menstruation sollte zusätzlich Eisen zugeführt werden.

Überdosierung: Kann zu Gewebsschädigungen, vor allem in der Leber, der Bauchspeicheldrüse und im Herz führen. Beim Gesunden sinkt jedoch bei Überdosierung normalerweise die Resorptionsquote im Darm, so daß es nicht zu einer Überladung kommt.


Kupfer

Funktion: Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Eisen und ist beteiligt an der Bildung von roten Blutkörperchen. Bei Kindern sorgt es für das normale Knochenwachstum. Daneben ist Kupfer wichtig für die Abwehrmechanismen des Körpers und die Pigmentierung von Haut und Haaren.

Vorkommen: Fisch, Fleisch, grüne Blattgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, schwarzer Pfeffer.

Mangelerscheinungen: Kupfermangel kommt praktisch nur bei Kindern oder bei großen Blutverlusten vor und bewirkt Störungen in der Knochenbildung und der Pigmentierung, sowie eingeschränkte Abwehr von Krankheiten.

Überdosierung: In größeren Mengen ist Kupfer schädlich und kann u.a. zu einer Schädigung der Darmflora führen. Ursache für einen Kupferüberschuß kann zum Beispiel die regelmäßige Einnahme von Empfängnisverhütungspillen über eine längere Zeit sein (die "Pille" bewirkt zudem noch einen Mangel an Vitamin B6). Zudem kann Zinkmangel in der Nahrung zu einer ungewünschten Anreicherung von Kupfer in Blut und im Gewebe führen.


Magnesium

Funktion: Magnesium schützt vor Arterienverkalkung und Herzinfarkt und ist an enzymatischen Prozessen und an der Reizleitung im Nervensystem beteiligt.

Vorkommen: Vollwertige Getreideprodukte, Gemüse, Nüsse, Sojabohnen, Kakao, Milchprodukte.

Mangelerscheinungen: Zeigen sich in Muskelzittern, übermäßigem Schwitzen und manchmal auch in Krämpfen. Schon ein geringer Magnesiummangel kann zu Nierenschwellungen infolge verstärkter Calciumablagerung führen. Bei Herzkrankheiten ist ein akuter Magnesiummangel sehr gefährlich.

Überdosierung: Sehr starke Überdosierung kann zu Schläfrigkeit und Schwäche führen, ist jedoch beim Gesunden nicht zu befürchten, da die Magnesiumresorption langsam erfolgt und überflüssige Mengen ausgeschieden werden.


Mangan

Funktion: Mangan ist unerläßlich für das Knochenwachstum, das Funktionieren der Nerven, sowie den Fettstoffwechsel. Es ist ein Bestandteil vieler Enzyme. Wie Zink bewirkt auch Mangan im Körper eine vermehrte Ausscheidung von Kupfer mit dem Urin. In Kombination mit Vitamin C kann sich eine Zufuhr von Mangan günstig auf den Heilungsprozeß von Bandscheibenschäden auswirken.

Vorkommen: Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, vor allem Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte.

Mangelerscheinungen: Zu niedriger Cholesterin-Spiegel, anormale Skelettentwicklung. Ein Mangel tritt unter normalen Ernährungsbedingungen jedoch kaum auf.

Überdosierung: Überhöhte Zufuhr über die Ernährung ist nicht bekannt, da nur geringe Mengen resorbiert und Überschüsse ausgeschieden werden. Sehr hohe, künstlich zugeführte Mengen können zu Magen-Darm-Störungen, Lungenentzündungen und Nervenfunktionsstörungen führen.


Molybdän

Funktion: Molybdän spielt als Bestandteil und beim Aktivieren von Enzymen eine Rolle im Stoffwechsel. Es scheint auch die Fluorspeicherung positiv zu beeinflussen und somit den Schutz vor Karies zu unterstützen.

Vorkommen: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Bierhefe, Kakao.

Mangelerscheinungen: Begünstigt das Auftreten von Karies

Überdosierung: Vermehrung der Harnsäure im Blut und damit gichtähnliche Symptome.


Kalium

Funktion: Wichtig für ein gesundes Nervensystem und die Arbeit der Muskeln. Zusammen mit Natrium reguliert es den Säurewert des Blutes und den Wasserhaushalt des Körpers.

Vorkommen: Gemüse, Obst, Nüsse, Kaliumsalz.

Mangelerscheinungen: Bei Kaliummangel können Muskelkrämpfe, Schwäche, und Herzrhythmusstörungen auftreten.

Überdosierung: Sehr starke Überdosierung bewirken Verwirrtheit, Schwäche und eine niedrige Pulsfrequenz.


Selen

Funktion: Selen schützt gegen die Umweltgifte Cadmium, Quecksilber, Arsen und Silber. Außerdem verstärkt es die Wirkung von Vitamin E und verhindert an der Oberfläche unserer Zellen eine Zerstörung der Fettsäuren durch Oxidation.

Vorkommen: Fisch, Fleisch, Sojabohnen, Getreide.

Mangelerscheinungen: Es wurde festgestellt, daß die Krebssterblichkeit an Orten steigt, an denen der Boden arm an Selen ist.

Überdosierung: Ernährungsbedingte Überdosierungen sind sehr selten. Sie bringen Zahnkaries, Haarausfall und möglicherweise ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich. Vergiftungen mit Selen können auch durch häufiges Arbeiten an Kopiermaschinen verursacht werden. Diese enthalten Selenplatten und emittieren Selen.


Zink

Funktion: Zink hat positiven Einfluß auf das Immunsystem und den Stoffwechsel von Eiweiß und Kohlenhydraten. Es ist Bestandteil der Speicherform von Insulin und steuert damit dessen Produktion. Zink stabilisiert die Zellmembranen, hilft bei der Ausscheidung von Schwermetallen und leistet wertvolle Hilfe bei chronischen Infekten sowie schlechter Wundheilung.

Vorkommen: Fisch, Schalentiere, Fleisch, Milch, Milchprodukte, Vollgetreide.

Mangelerscheinungen: Anzeichen sind Geruchs- und Geschmacksempfindungsstörungen, Lebererkrankungen, Diabetes, Akne, Allergien, weißen Flecken auf den Fingernägeln.

Überdosierung: Zink ist nicht giftig, kann aber, sofern es in größeren Mengen im Organismus auftritt, zu Durchfall und Erbrechen führen.


Empfohlene tägliche Zufuhr für die einzelnen Mineralstoffe siehe
DGE-Tabelle

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